Wie ich eigentlich zeichne

1. Wie kommst du auf Ideen?

Die Cartoons sind meistens aus etwas Aktuellem entstanden, das mir absolut doof vorkommt und mir etwas dazu einfällt. Das ist auch der Grund dafür, dass es davon auch weniger gibt. Bei dem Schlafanzugboy habe ich eine Grundidee, dann überlege ich einfach, was die Charaktere in der Situation machen würde. Bevor ich nicht fertig bin, weiß ich nicht im Detail was passieren wird. Statdessen habe ich einen groben Plot im Kopf und weiß, wie viele Seiten ich füllen möchte. Das Schöne am Comic ist ja, dass ich da komplett rumspinnen kann.

Bei Mäscot ist es anders. Die Anzahl der Panels ist bei jedem Comic gleich und fest vorgegeben. Es gibt auch wesentlich weniger Charaktere und die sind nunmal Schafe und entsprechend beschränkt – vor allem in Mimik und Gestik. Ja, sie können reden, sind aber nicht besonders schlau und können beispielsweise kein Flugzeug fliegen. Ein wenig Realismus muss sein. Wenn ich eine Idee habe, walze ich die oft aus und variiere sie. Manche Comics beziehen sich auch aufeinander, müssen aber auch einzeln genommen verständlich sein.  Die Einschränkungen machen das Ganze zu einer Herausforderung und spannend.

2. Wie arbeitest du?

Die Bleistiftvorzeichnung

Auch einfacher, als man denkt. Normal mache ich Vorzeichungen mit Bleistift, die bei mir zuerst die Proportionen und Komposition grob festlegen, dann arbeite ich die Details aus. Bei Mäscot lasse ich Details und Hintergründe oft weg, da sie ohnehin nicht besonders aufwendig und kompliziert sind.

Der unbearbeitete Scan

Das Nachzeichnen mache ich mit überteuerten Pigmentstiften/Finelinern in diversen Strichstärken. Dabei kommt es mir vor allem darauf an, das es sauber, aufgeräumt und ein wenig dynamisch aussieht. Hintergründe und Details werden ergänzt und ab und zu nehme ich noch kleinere Änderungen am Text oder Details vor.  Dann wird die Vorzeichung wegradiert und das ganze mit 300DPI gescannt.

Am PC mache ich das Schwarz schwärzer und entferne kleine Bleistiftreste. Es kommt auch ab und zu vor, dass ich einen Rechtschreibfehler korrigeren muss oder vergessene Details ergänze. Theoretisch könnte ich auch den ganzen Comic am PC zeichen, dazu fehlt mir dann aber die Übersicht. Und irgendwie bin ich altomodisch. Mit meinem Graphiktablett koloriere ich das Ganze. Sieht für meinen Geschmack besser aus, ich kann immer die exakt gleichen Farben nehmen und muss mich nicht mit ständig leeren Stiften rumplagen. Ich möchte euch da nicht mit den technischen Einzelheiten nerven. Das Kolorieren ist an guten Tagen in ner halben Stunde gemacht. Dann wird das Bild mit geringerer Auflösung gespeichert und hier hochgeladen.

3. Woher kannst du das alles?

Ansich zeichne ich unregelmäßig und nicht besonders gut. Perspektive fällt mir allerdings leicht, dafür habe ich von Anatomie keine Ahnung. Am Anfang habe ich mich stark am Manga Zeichenkurs vom Dragonballautor Akira Toriyama orientiert, obwohl ich nie Manga zeichnen wollte. Mittlerweile helfen mir die Bücher von Scott McCloud sehr, die Lektüre kann ich sehr empfehlen. Ansonsten habe ich einfach drauflosgezeichnet, Kritik gesammelt und selbst gemerkt, wo ich etwas verbessern kann. Und weiter drauflosgezeichnet.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>